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AVR Jülich-Rückbau wird um knapp 200 Mio. Euro teurer als geplant
Die Kosten für den AVR Jülich explodieren. Noch 2006 nennt die Landesregierung eine Summe von insgesamt 399 Mio. Euro. Mittlerweile sind es über 612 Mio. Euro, wie aus einer schriftlichen Antwort der Bundesregierung hervorgeht.In der Anfrage vom grünen Landtagsabgeordneten Reiner Priggen aus 2006 nennt die Landesregierung 252 Mio. €, die bereits verausgabt sind, und 147 Mio. € die noch in Zukunft anfallen werden. Dies macht insgesamt 399 Mio. €.
In einer Antwort der Bundesregierung spricht die Bundesregierung nun von 612 Mio. €, also einer Kostensteigerung von 213 Mio. € (= 53% in vier Jahren). Selbst wenn die Endlagervorauszahlungen 2006 tatsächlich noch unbekannt waren und man die heute bekannte Summe in Höhe von 48 Mio. € darauf rechnet, ist es immer noch eine Kostensteigerung von 165 Mio. €.
Dafür hat die Landesregierung 2006 die Zwischenlagerkosten für die abgebrannten Brennelemente verschwiegen, die sich laut Bundesregierung auf ca. 40 Mio. € belaufen und noch mal auf 612 Mio. € aufaddiert werden müssen.
Zudem muss man davon ausgehen, dass auch die 612 Mio. € (+ 40 Mio. €) wieder nur eine schön gerechnete Untergrenze sind, da es beim weiteren Rückbau der Anlage noch erheblichen Risiken gibt:
1.) Der Reaktorbehälter steht z. Zt. immer noch an der alten Stelle und solange weiß keiner wie stark das Erdreich darunter wirklich verseucht und was letztlich die Dekontamination kostet. Das bestätigt uns auch die Landesregierung in einer Vorlage aus 2009.
2.) Der Reaktorbehälter ist mit Leichtbeton gefüllt, 2000 Tonnen schwer und muss als Ganzes in einer weltweit einmaligen Aktion mit einem Luftkissentransport einige hundert Meter über das Gelände des Forschungszentrum in eine eigens für ihn errichte Zwischenlagerhalle transportiert werden. Ob das klappt und welche Kostenrisiken es dabei gibt weiß niemand.
3.) Den hoch verstrahlten Reaktor können sowie erst unsere Kinder oder Enkel in einigen Jahrzehnten auseinanderbauen, weil es dafür heute gar keine bezahlbare Technologie gibt. Was das dann noch kostet weiß heute keiner.
Dies alles sind die Kosten und Probleme für einen Mini-Reaktor mit 15 MW el. Leistung. Die Kosten teilen sich Bund und Land NRW im Verhältnis 70:30. Die Energiekonzerne, die ursprünglich mal am AVR Jülich beteiligt waren, haben sich mittlerweile aus dem Staub gemacht.
Nachfolgend die aktuelle Antwort der Bundesregierung und die Antwort der NRW-Landesregierung aus 2006.









