24. Januar 2012

Bauverschiebung des geplanten Meilers im niederländischen Borssele – Erfolg der Anti-AKW-Bewegung

Der Energiekonzern Delta hat die Verschiebung des umstrittenen niederländischen Atomkraftwerks Borssele - wo auch der deutsche Energiekonzern RWE beteiligt ist - angekündigt. Das Kraftwerke wäre nur rund 200 km von der Aachener Region entfernt. Die Bauverschiebung um 2 bis 3 Jahre ist ein erster Erfolg für die grenzüberschreitende Anti-AKW-Bewegung.
Bauverschiebung des geplanten Meilers im niederländischen Borssele – Erfolg der Anti-AKW-Bewegung

Nachdem sich RWE in Deutschland aufgrund der unbeherrschbaren Risiken und des öffentlichen Drucks von seinen deutschen Atomkraftwerken nach und nach verabschieden muss, kündigte das Unternehmen in der Vergangenheit großspurig an, sich an neuen Atomkraftwerksbauten im Ausland zu beteiligen. Mit seiner Beteiligung am niederländischen Atomkraftwerk Borssele ist RWE nun jedoch mit dem Versuch vorerst kläglich gescheitert, diese hochriskante Technologie im Ausland zu fördern.

Die nun angekündigte Bauverzögerung zeigt einmal mehr, dass die Zeit für den Neubau von Kernkraftwerken längst abgelaufen ist. Auch wenn die Projektbeteiligten behaupten, der Neubau werde sich lediglich um zwei bis drei Jahre verschieben, wird deutlich, dass die Zeit dieser riskanten, unwirtschaftlichen und überholten Technologie vorbei ist.

Es bleibt zu hoffen, dass der Druck der Bevölkerung in Holland und aus den angrenzenden Staaten noch stärker wird, so dass vom gesamten Bauprojekt Abstand genommen wird. Ein erster Teilerfolg ist nun bereits gelungen.

Die Verschiebung des Baubeginns zeigt auch, dass der Druck der Grünen aus Deutschland – und vor allem aus NRW – auf das gesamte Projekt sowie dem Projektbeteiligten RWE Wirkung gezeigt hat. Immer wieder haben Bündnis 90/Die Grünen auf die Gefahren auch für Deutschland bei einem möglichen Reaktorunfall in Borssele – wie im japanischen Fukushima geschehen – hingewiesen.