19. September 2011

Grüne zu Gast im Bergwerk Barbara – Energiewende konkret

Besuch aus dem Bundestag erhielt jetzt das Bergwerk Barbara in Porta Westfalica: Oliver Krischer, Energie- und Bergbauexperte der Grünen Bundestagsfraktion, informierte sich zusammen mit Ute Koczy, Grüne Bundestagsabgeordnete für Minden-Lübbecke und Grüne Mitglieder des Kreisverbandes, über das geplante Pumpspeicherkraftwerk.
Grüne zu Gast im Bergwerk Barbara – Energiewende konkret

Das seit über 120 Jahren in der Region tätige Bergbauunternehmen plant die nach dem Gesteinsabbau zurückbleibenden großen Hohlräume in den Dienst der Energiewende in Deutschland zu stellen. Um die schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne auszugleichen braucht Deutschland eine Vielzahl neuer Pumpspeicherkraftwerke. Dort wird bei Überschuss in der Stromproduktion Wasser auf ein hohes Niveau gepumpt, um bei starker Nachfrage daraus wieder Strom zu erzeugen.

Oliver Krischer begrüßt es ausdrücklich, dass sich die Barbara für die Energiewende engagiert: "Durch den Gesteinsabbau entstehen große Hohlräume auf unterschiedlichen Niveaus, die geradezu prädestiniert sind, als Pumpspeicher genutzt zu werden. Anders als bei obertägigen Pumpspeichern muss keine Landschaft zerstört werden. Die geologischen Verhältnisse in den Bergwerken der Babara sind so optimal, dass mit dem üblichen Gesteinsabbau Kavernen mit 1 Mio. Kubikmetern und einer Kraftwerksleistung von 150 Megawatt erreicht werden können. Das ist ein Geschenk für die Energiewende, das wir unbedingt nutzen sollten."

Ute Koczy lobt den Pioniergeist der Barbara: "Es ist sehr vorausschauend, wenn ein Unternehmen über sein angestammtes Geschäftsfeld hinausblickt und die Energiewende als Chance begreift. Das ist vorbildlich. Wir brauchen solchen Unternehmergeist, um die Idee einer Region „OWL-Erneuerbar“ voranzutreiben und Realität werden zu lassen.“"

Koczy und Krischer hoffen darauf, dass es der Barbara gelingt einen Partner aus der Energiewirtschaft zu finden, um das Projekt realisieren zu können. Beide Abgeordnete sagen zu, sich in Berlin für eine Förderung des Projektes im Rahmen der Energiespeicherinitiative der Bundesregierung stark zu machen. „Vor allem aber brauchen die Projekte Planungssicherheit“, so der Energieexperte Krischer.

Daher ist es völlig unverständlich, warum die schwarz-gelbe Koalition vor der Sommerpause die Zahlung der EEG-Umlage für Pumpspeicher beschlossen hat. Damit wird jedes Projekt - auch das der Barbara - unwirtschaftlich.

Wir hoffen, dass Herr Kampeter (CDU-Abgeordneter aus der Region), der sich vor Ort ja in lobenswerter Weise für das Pumpspeicherkraftwerk engagiert, in Berlin auch für eine Korrektur dieser Fehlentscheidung einsetzt.