11. Januar 2012

Neue UbA-Stellungnahme zur Schiefergasförderung

Das Umweltbundesamt (UbA) hat vor kurzem eine aktualisierte Stellungnahme zu den Auswirkungen einer möglichen Schiefergasförderung in Deutschland vorgelegt.

In Deutschland suchen gegenwärtig verschiedene Energieunternehmen nach sogenanntem unkonventionellem Erdgas. Als unkonventionelles Erdgas bezeichnet man Gas, das aus tiefen Gesteinsschichten wie Tonsteinen (shale-gas), Sandsteinen, Kalksteinen, Kohleflözen, Aquiferen und Gashydraten gewonnen werden kann. Um an dieses Erdgas zu gelangen, muss das Muttergestein durch eine Horizontalbohrung aufgebrochen werden. Danach werden große Mengen von mit Sand und Chemikalien vermischtem Wasser unter hohem Druck in das Muttergestein gepresst, bis sich darin tiefe Risse bilden. Durch die Risse strömt dann Gas in das Rohr und kann an die Oberfläche geleitet werden. Dieses Verfahren wird als „Hydraulic Fracturing“ bezeichnet. Unkonventionell ist also nicht das Erdgas selbst, sondern die Fördermethode. In den USA macht die Förderung von unkonventionellem Erdgas schon heute einen großen Teil der Gesamtförderung an Erdgas aus. Von dort stammen in diesem Zusammenhang jedoch auch Berichte über hohen Flächenverbrauch und erhebliche Umweltbelastungen. So wird von Verunreinigungen des Grundwassers, sowie von giftigen Stoffen, die aus dem tiefen Untergrund bei der Förderung an die Oberfläche gelangen, berichtet. Ein weiteres großes Problem stellt die Abwasserentsorgung dar, da normale Kläranlagen nicht geeignet sind, das sogenannte „Frac-Wasser“ zu reinigen.

Umweltbelastungen wie etwa jene, die bei der Förderung unkonventionellen Erdgases in den USA vorkommen, müssen hierzulande durch geeignete politische Rahmenbedingungen von vorneherein ausgeschlossen werden. Das Umweltbundesamt hat in seiner im Dezember 2011 aktualisierten Stellungnahme die Chancen und Risiken der Schiefergasförderung zusammengefasst und bezieht dabei auch die gegenwärtig verfügbare Forschungsliteratur mit ein. Die UbA-Stellungnahme stellt dabei den Stand der Aufsuchung und Förderung von Schiefergas in Deutschland dar und nimmt eine Risikobewertung von Faktoren wie Wasserschutz, Flächenverbrauch, Lärm sowie Auswirkungen auf die Natur vor. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen der Schiefergasförderung werden in der UbA-Stellungnahme ausgewertet und analysiert. Die vollständige Stellungnahme kann HIER auf den Seiten des Umweltbundesamtes abgerufen werden.