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die Grüne Energiewende
Abgasskandal
Grüner Breitbandcheck

Aus der Fraktion

    • Date: 29 March 2017
    • Selbstlernende Thermostate, Dachziegel mit integriertem Windrad, intelligent vernetzte Speicher oder Heizungen im Fenster - die grüne Bundestagsfraktion hat zusammen mit der Generation Energie 4.0 in die Zukunft geblickt.
    • Date: 23 March 2017
    • Beim Treffen mit der Energiespeicherbranche wurde deutlich, dass das größte Hemmnis für den Einsatz von Energiespeichern die Bundesregierung ist. Das macht die Energiewende teurer als sie sein müsste.
    • Date: 23 March 2017
    • Am 23.3.2017 haben wir gemeinsam mit der CDU/CSU- und der SPD-Fraktion das Gesetz für die Endlagersuche beschlossen. Der Gesetzesentwurf enthält auch ein Exportverbot für Forschungsmüll, für das wir hart gekämpft haben.
25. November 2016

Oliver Krischer in seiner Rede zum Verkehrshaushalt 2017

Wir brauchen endlich einen Verkehrsminister oder eine Verkehrsministerin, der oder die sich um die Zukunftsaufgaben in diesem Land kümmert. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass das der letzte Haushalt dieses Verkehrsministers ist.


 

Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):

Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Dieser Haushalt Herr Brackmann, das sehe ich vollständig anders als Sie ist ein Haushalt der verpassten Chancen, denn der gesamte Mobilitätsbereich steht vor riesigen Veränderungen. Was Sie aber machen, ist Verkehrspolitik der 1960er-Jahre. Sie stellen die Mobilität eben nicht auf Nachhaltigkeit und Klimaneutralität um. Deshalb ist das eine verpasste Chance in diesem Haushalt, meine Damen und Herren.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Und ich sage hier ganz klar: Während die Emissionen in anderen Sektoren wenigstens ein bisschen sinken - weniger, als sie sinken müssten - steigen sie im Verkehrsbereich sogar. Das ist auch kein Wunder, dann das ist das Ergebnis der Verkehrspolitik dieses Ministers und dieser Bundesregierung. Denn das, was sich die Umweltministerin vielleicht einmal an sinnvollen Maßnahmen für den Verkehrsbereich überlegt hat, ist gleich aus dem Klimaschutzplan geflogen, und das ist ein Skandal; das muss man hier klipp und klar sagen. So setzt man das Pariser Klimaabkommen nicht um.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Weiter möchte ich anmerken: Dieselgate ist nicht die Ursache, aber wahrscheinlich der Auslöser für die schwerste Krise und den größten Strukturwandel in der Automobilgeschichte. Es ist, glaube ich, klar: Die Zeiten des Verbrennungsmotors sind vorbei. Der frühere Stolz der deutschen Automobilhersteller ist inzwischen auf den Wachstumsmärkten in Amerika und Asien nicht mehr absetzbar. Es ist so weit gekommen, dass der Dieselmotor das Kohlekraftwerk der Automobilwirtschaft werden wird. Aber, meine Damen und Herren, wir Grüne wollen nicht, dass VW und Daimler dort landen, wo RWE und Eon sind. Deshalb erwarten wir von dieser Bundesregierung klare Vorgaben für klimaneutrale Mobilität. Aber da verweigern Sie sich der Zukunft.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Wenn man in den Haushalt guckt, fragt man sich: Inwiefern kümmern Sie sich um die Zukunft der Automobilwirtschaft? Da findet man eine völlig verkorkste Prämie fürs Elektroauto, einen chaotisch organisierten Aufbau der Infrastruktur und nichts nichts! , was sich den Herausforderungen in einer der zentralsten Branchen der deutschen Wirtschaft widmet. Das ist ein komplettes Versagen dieses Verkehrsministers!

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Und statt der Industrie den notwendigen Rahmen zu schaffen und den Weg für eine klimaneutrale und nachhaltige Mobilität ab 2030 aufzuzeigen, macht dieser Minister nichts anderes, als den Abgasskandal weiter zu vertuschen, nicht aufzuklären, keinerlei Konsequenzen zu ziehen. Über ein Jahr nach dem Bekanntwerden von Dieselgate liegt nichts auf dem Tisch, was man als notwendige Konsequenzen in der Behördenstruktur und anderen Bereichen bezeichnen könnte. Das ist ein absolutes Unding.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Nun komme ich zum Bundesverkehrswegeplan: Die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur haben wir diese Woche beschlossen. Guckt man sich das näher an, fühlt man sich eher an das Jahr 1966 als an 2016 erinnert: fast 600 zum Teil höchst fragwürdige Ortsumgehungen, Hunderte von Bundesfernstraßen- und Autobahnprojekten, deren verkehrlicher Nutzen fraglich ist,

(Gustav Herzog (SPD): Quatsch, was Sie da erzählen! Die Menschen wollen die Ortsumfahrungen!)

und stattdessen viel zu wenig Investitionen in die Schiene und in den Erhalt.

(Kirsten Lühmann (SPD): 70 Prozent in den Erhalt!)

Meine Damen und Herren, uns bröseln Straßen, Schienen und Brücken unterm Hintern weg, und es ist keine Investition in die Zukunft, keine Investition in Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Bundesverkehrswegeplan erkennbar. Damit muss endlich Schluss sein.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ich sage eines ganz deutlich: Das Hauptproblem in diesem Land ist, dass wir überhaupt keinen Verkehrsminister haben, und schon gar keinen, der die Herausforderungen der Zukunft begriffen hat.

(Gustav Herzog (SPD): Ich kann Ihnen die Fotos und die Karten zeigen! - Kirsten Lühmann (SPD): Wir haben Anhörungen gehabt! Ihre Fragen sind alle beantwortet worden!)

Wir haben leider nur einen CSU-Beauftragten zur Durchsetzung der vermaledeiten Ausländermaut. Es muss verdammt noch mal! Schluss damit sein, dass das Verkehrsressort Verfügungsmasse einer südostdeutschen Regionalpartei ist.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Wir brauchen endlich einen Verkehrsminister oder eine Verkehrsministerin, der oder die sich um die Zukunftsaufgaben in diesem Land kümmert. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass das der letzte Haushalt dieses Verkehrsministers ist, auch wenn es ein Haushalt der verpassten Chancen ist, meine Damen und Herren. Ich danke Ihnen.

(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)