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Probleme bei Kohlekraftwerksbauten
Massive Schwierigkeiten mit dem Bauträger Stahl verzögern den ohnehin unnötigen Neubau von Kohlekraftwerken und zeigen einmal mehr, dass die Erneuerbaren Energien längst der günstigere und bessere Weg bei der Energiewende sind.Die Schwierigkeiten mit dem Stahl T 24 verzögern erneut den Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland. Zahlreiche der derzeit im Bau befindlichen Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von etwa 10.000 MW können dadurch erst später in Betrieb genommen werden als geplant. Ursache ist der Stahlyp T24, der vor allem für die Kessel von Kohlekraftwerken verwendet wird. Normalerweise soll er höhere Drücke sowie höhere Temperaturen aushalten. Dies soll den Wirkungsgrad auf 45 Prozent anheben.
Werkstoff mit Tücken
Sowohl beim 750 MW-Steinkohlekraftwerk Duisburg-Walsum der Steag als auch bei den Vattenfall-Kraftwerken Boxberg (675 MW) und Moorburg (1.600 MW) sind laut Medienberichten Risse bei den Schweißnähten aufgetreten. Die Inbetriebnahmen des Kraftwerk Walsum wurde daher schon zweimal verschoben und auch bei Vattenfall rechnet man mit mehrmonatigen Verzögerungen. Zwar berichten bislang nur die Steag sowie Vattenfall über Probleme. Betroffen sein könnte aber nahezu der gesamte Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland.
Vermeintliche billige Kohlekraftwerken werden zu Preistreibern
Für neun der derzeit zehn in Deutschland neu gebauten Kohlekraftwerke beziehungsweise Kraftwerkserweiterungen wird nach Medienberichten der Stahl T24 verwendet. Dementsprechend sind die entsprechenden Unternehmen in Alarmbereitschaft versetzt. Auch von den Konzernen wird nun aufgrund des ungelösten Problems und der damit verbundenen Kostensteigerungen nervös reagiert. Am Kraftwerk Duisburg Walsum überlegt die Steag und die österreichische EVN nun wohl auch, den kompletten Kessel auszutauschen. Das könnte allerdings die Inbetriebnahme deutlich hinauszögern. Von der Entscheidung, den Kessel auszutauschen bis zum Ende des Umbaus würden etwa zwei Jahre vergehen, so ein Konzernsprecher.
Zurzeit befinden sich in Deutschland Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 10.600 MW in Bau. Die Investitionen für alle Kraftwerke liegen bei geschätzten 14 Mrd. Euro. Diese Probleme und weiter steigenden Investitionskosten machen einmal mehr deutlich, dass das Märchen der vermeintlich billigen Stromerzeugung mit Kohle so nicht stimmt. Zudem ist Kohle die klimaschädlichste Variante der Stromerzeugung.
Union und FDP wollen Kohlekraftwerksbauten fördern
Zu allem Überdruß will die schwarz-gelbe Bundesregierung nun auch noch neue
Kohlekraftwerke mit Steuergeldern fördern. Statt auf die Zukunft zu setzen, macht sie hier den gleichen Fehler wie vor einigen Monaten bei der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Anscheinend braucht sie jedoch einige Zeit, um zu zukunftsweisenden und richtigen Erkenntnissen zu kommen.









