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5. Dezember 2012

Pumpspeicherkraftwerk am Rursee – eine Chance für unsere Region und eine Notwendigkeit für die Energiewende!

In einem gemeinsamen Aufruf haben heute Abgeordnete aus dem Deutschen Bundestag, dem NRW-Landtag und Bürgermeister aus der Aachener Region auf Initiative von Oliver Krischer eine parteiübergreifende Initiative für den Bau des Pumpspeicherkraftwerks am Rursee vorgestellt. Sie alle sind sich einig, dass Pumpspeicherkraftwerke im Rahmen der Energiewende ein wesentlicher Baustein sind. Sie sind mit Abstand die effektivste, nachhaltigste und wirtschaftlichste Form der Speicherung. In der Eifel sind die Voraussetzungen gerade zu ideal. Denn wer die Energiewende will, der darf nicht nur in Sonntagsreden darüber schwadronieren, sondern sie vor Ort auch umsetzen. 17 Volksvertreter aus der Region haben daher nachfolgenden Aufruf verfasst:

Pumpspeicherkraftwerk am Rursee – eine Chance für unsere Region und eine Notwendigkeit für die Energiewende!

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 explodierende Energiepreise, sinkende Vorräte und der fortschreitende Klimawandel sprechen eine eindeutige Sprache: Wir brauchen die Energiewende! Wir dürfen diese Last nicht auf unsere Kinder und Enkel übertragen – wir müssen Mut zur Veränderung beweisen!

 Parteiübergreifend besteht Einigkeit, die Energieversorgung in den kommenden Jahrzehnten weitgehend auf erneuerbare Energien umzustellen. Das erfordert im Strombereich wegen der Erzeugungsschwankungen bei Wind- und Sonnenergie neben dem Ausbau des Stromnetzes vor allem den Aufbau innovativer Speicherkapazitäten.

 Auf absehbare Zeit sind Pumpspeicherkraftwerke (PSW) mit Abstand die effektivste, nachhaltigste und wirtschaftlichste Form der Speicherung. Deshalb ist es unstrittig, dass für die Energiewende ab 2020 zusätzliche PSW-Kapazitäten zur Verfügung stehen müssen.

 Hier bei uns in der Eifel sind die Voraussetzungen geradezu ideal und deshalb begrüßen wir das Engagement der Firma Trianel ausdrücklich. Trianel plant die Errichtung eines möglichen Standorts in der Gemeinde Simmerath und damit die bedeutendste Investition seit dem Bau der Talsperren im 20. Jahrhundert. Mindestens 700 Millionen Euro sind ein wichtiger Beitrag zur Strukturentwicklung der Eifel und zur Umsetzung der Energiewende.

 Selbstverständlich stellt die Realisierung des PSW einen Eingriff in die Landschaft dar. Besonders während der Bauphase wird nicht nur der Bereich des Oberbeckens betroffen sein. Wir müssen uns auch Gedanken über den gesetzlich geforderten Flächenausgleich machen, der keinesfalls nur zu Lasten der Landwirtschaft gehen darf.

 Die Auswirkungen auf den Rursee selbst müssen mit geeigneten technischen Maßnahmen beherrschbar sein, damit es nicht zu wesentlichen Nutzungseinschränkungen kommt. Wir wollen auch weiterhin von Wassersport bis  Rurseeschifffahrt touristische- und freizeitorientierte Angebote sicherstellen. Wasserspiegelschwankungen und ein im Bereich des Auslassbauwerks verändertes Strömungsverhalten sollen nach heutigen Erkenntnissen Flora und Fauna nur vertretbar belasten. Besonders in diesen natursensiblen Fragen werden wir stets die neuesten Erkenntnisse prüfen und sorgfältig abwägen, bevor die Investition beginnt.

 Die Umgebung des Rursees mit dem Nationalpark Eifel gehört zu den herausragenden Naturschönheiten in NRW. Wir sind überzeugt, dass die touristische Attraktivität des Landschaftsraumes durch ein PSW nicht geringer wird. Im Gegenteil: Das Pumpspeicherkraftwerk bietet zusammen mit den Anlagen zur Erzeugung von Wind-, Solar- und Bioenergie die große Chance, den Besucherinnen und Besuchern die vorbildliche Umsetzung der Energiewende vor Ort zu präsentieren.

 Wir unterstützen deshalb die Planungen der Trianel und erwarten von dem Zusammenschluss der kommunalen Stadtwerke weiterhin einen verantwortungsvollen, bürgernahen und transparenten Planungsprozess. Eine Realisierung stünde für uns dann in Frage, wenn sich ergeben sollte, dass der Bau des Kraftwerks mit der derzeitigen Funktion des Sees, insbesondere der natürlichen, touristischen und wassersportlichen Nutzung, nicht vereinbar ist. Wir wollen das Projekt auf Basis von Sachargumenten bewerten und genau das erwarten wir auch von allen am Planungsprozess beteiligten Behörden, Gremien und Institutionen.

 Liebe Bürgerinnen und Bürger, lassen Sie uns jetzt gemeinsam den Mut haben, die Energiewende mit Maßnahmen im Eifelraum einzuleiten, um für nachfolgende Generationen vorzusorgen!

 

Helmut Brandt MdB, SR Helmut Etschenberg, BM Margit Göckemeyer, Bettina Herlitzius MdB, BM Karl-Heinz Hermanns, Daniela Jansen MdL, Stefan Kämmerling MdL, Oliver Krischer MdB, Peter Münstermann MdL, Dietmar Nietan MdB, Reiner Priggen MdL, Ulla Schmidt MdB, Hendrik Schmitz MdL, Karl Schultheis MdL, Eva-Maria Voigt-Küppers MdL, Axel Wirtz MdL, Gudrun Zentis MdL