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Oliver Krischer Oliver Krischer
Zuletzt geändert am:  23.03.2017
Oliver Krischer - http://oliver-krischer.eu/
3. März 2017

Fukushima – Trauriger Strahlen-Rekord

In wenigen Tagen jährt sich der Jahrestag des Super-Gaus in Fukushima. Regelmäßig überprüfen Experten dort die radioaktive Strahlung. Alarmierend: Die höchste Strahlendosis wurde nun sechs Jahren nach dem verheerenden Unglück gemessen. Gleichzeitig wird klar, dass die Kosten für Entschädigung und den Abriss auf 170 Milliarden Euro verdoppeln. Auch diese Schätzung ist nur ein Zwischenstand.

Fukushima – Trauriger Strahlen-Rekord

Auf dem Gelände des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima ist nach Angaben des Betreibers Tepco vor wenigen Tagen die höchste radioaktive Strahlung seit der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im März 2011 gemessen worden. An einer Stelle des Reaktors 2 habe die Strahlung bei geschätzten 530 Sievert pro Stunde gelegen, teilte der Betreiber Tepco mit. Der bisherige Höchstwert war 2012 gemessen worden. Er betrug damals 73 Sievert pro Stunde.

Die Kosten für die Entschädigungen und den Abriss des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi werden sich gegenüber früheren Schätzungen der japanischen Regierung nahezu verdoppeln. Das zuständige Ministerium schätzt, dass die Kosten nun mehr als 20 Billionen Yen (rund 170 Milliarden Euro) betragen werden. Zum Jahresende 2013 hatte das Ministerium die Kosten noch mit 11 Billionen Yen veranschlagt.

Damit ist klar: Auch nach knapp sechs Jahren ist der Super-GAU von Fukushima nicht bewältigt und es ist fraglich, ob er jemals bewältigt werden kann – die radioaktive Strahlung verseucht weiterhin die Umwelt und mit Milliardensummen werden Abriss und Entschädigungen finanziert. In Fukushima sind Mensch und Technik an ihre Grenzen gestoßen. Selbst in einem Hochtechnologieland wie Japan konnte ein nuklearer Unfall nicht vermieden werden. Die Vorstellung, Atomkraft beherrschen zu können ist Hybris. Auch in Deutschland besteht das Risiko bis zum Abschalten des letzten Atomkraftwerks. Fukushima ist jederzeit und überall möglich.

Auch wenn Deutschland den Atomausstieg beschlossen hat, muss sich die Bundesregierung auf EU-Ebene und international konsequent für die Schließung der hochgefährlichen Atomkraftwerke einsetzen. Insbesondere die grenznahen Problem-Meiler wie Tihange und Doel in Belgien stellen eine unmittelbare Gefahr für die Bundesrepublik dar.